Mittwoch, 3. Januar 2018

New York Times deckt das FBI - ihre einzige Quelle: "Beamte sagen"

Von Moon of Alabama
Übersetzt von wunderhaft


1. Januar 2018, Moon of Alabama
Im Juli 2016 hatte das FBI unter seinem damaligen Direktor, James Comey, Ermittlungen gegen Donald Trumps Wahlkampf und die diesbezügliche "russische Einflußnahme" aufgenommen.

Comey und das FBI stehen nun wegen des Grundes für die Aufnahme dieser Ermittlungen unter Druck. Es wurde gemutmaßt, daß das von einem, von Clintons Wahlkampfteam rekrutiertem, ehemaligen britischen Agenten erstellte Steele-Dossier dem FBI ausgehändigt worden ist und zur Aufnahme seiner Ermittlungen geführt hat. Wenn das der Wahrheit entspricht (was wahrscheinlich ist), befinden sich Comey und das FBI in großen Schwierigkeiten. Das Dossier war voll von unbestätigten Meldungen und abstrusen Gerüchten. Es war offenbar erfunden und gefälscht und von Trumps Gegnern bezahlt worden. Es dafür zu benutzen Ermitttlungen gegen den Kandidaten der Präsidentschaftswahl aufzunehmen und Trumps Wahlkampf auszuspionieren, stinkt nach Parteiinteressen und könnte noch dazu strafbar gewesen sein.

Am Samstag kam die New York Times mit einer Geschichte heraus, die dazu konzipiert worden ist, diese Frage vom Tisch zu wischen und das FBI zu decken.

Schon die Überschrift sagt dem Leser, was er zu glauben hat: Wie die Rußland-Recherche begann: Eine Wahlkampfhelfer, Alkohol und Gespräche über politischen Schmutz

Sie sehen – das von Clinton bezahlte Steele Dossier war nicht der Auslöser für das FBI!

Die NYT präsentiert eine wilde Geschichte, mit sagenhaften Details und mit einer Menge Verschleierungen, um den Leser zu verwirren. Im Mittelpunkt steht der Wahlkampfhelfer aus Trumps Wahlkampf, George Papadopilos, der sich die meiste Zeit über in London aufgehalten hat, während er via E-Mail mit dem Wahlkampfstab in den Vereinigten Staaten (VS) kommunizierte. Papadopulus war außenpolitischer Berater und hat versucht Kontakte zwischen dem Wahlkampfteam und ausländischen Regierungsvertretern zu knüpfen. (Er half dabei ein Treffen zwischen Trump und dem ägyptischen Präsidenten Sisi zu planen.)

In den Worten der NYT-Autoren:
Während eines heftigen nächtlichen Umtrunks in einer gehobenen Londoner Bar machte George Papadopulos, ein junger außenpolitischer Berater von Trump, im Mai 2016 gegenüber Australiens Spitzendiplomat in Britannien folgende erschreckende Äußerung: Rußland besäße schmutziges Material über Hillary Clinton.

... zwei Monate später, als durchgesickerte E-Mails der Demokraten online veröffentlicht wurden, übergaben australische Regierungsbeamte die Information über Mr. Papadopulos ihren amerikanischen Amtskollegen, ...

Der Hack und die Enthüllung, daß ein Mitglied aus Trumps Wahlkampfteam Insiderinformationen darüber haben könnte, waren die treibenden Faktoren, die das FBI im Juli 2016 zur Eröffnung der Ermittlungen darüber geführt haben, ob Rußland versuchte die Wahl zu beeinträchtigen und ob irgendein Mitarbeiter Trumps darin verwickelt war.
Die Behauptung, daß die in dem Artikel der NYT ausführlich beschriebenen Gerüchte von Papadopulos eine Untersuchung des FBI ausgelöst haben sollen, erscheint nicht plausibel.

Ein betrunkener Wahlkampfhelfer von Trump erzählt einem australischen Diplomaten, daß die Russen belastendes Material über Clinton hat. Er behauptet, das von einem mysteriösen Professor Mifsud erfahren zu haben, welcher versucht haben soll ein Treffen mit Trump zu arrangieren um von diesen Bemühungen zu profitieren. Der Professor war eine Art von Betrüger. Auch soll er ein Treffen für Papadopulus mit "Putins Nichte" arrangiert haben. Beide Geschwister Putins sind im Kindesalter während der Belagerung Leningrads im 2. Weltkrieg gestorben – er hat keine Nichte. Was auch immer Misfud behauptet hat, war vermutlich nicht wahr. (Aktualisierung: Alexander Mercouris erklärt, daß Papadopulos über die Äußerungen Misfuds ihm gegenüber die Unwahrheit sagt.)

Der australische Diplomat hat von dem betrunkenen Papadopulos erfahren, daß irgendein merkwürdiger Professor behauptet hat von russischen Quellen gehört zu haben, daß der Kreml im Besitz von belastendem Material über Clinton sei. Zwei Monate später berichten die Australier ihren Kollegen aus den VS von dieser Behauptung. Als sie das FBI erreicht, ist es ein Gerücht 4. Grades:
Als die Information, die Mr. Papadopulos dem australischen Diplomaten anvertraut hat, das FBI erreichte, hat die Behörde eine Untersuchung eingeleitet, die zu einem ihrer bestgehüteten Geheimnisse wurde.
Sollen wir wirklich glauben, daß das FBI hochpolitische Ermittlungen nur auf Grund von Gerüchten eines Betrunkenen eröffnet? Das erscheint mir unschlüssig.

Anfang Juli 2016 hat der britische Agent, Steele, die ersten Teile seines Dossiers einem FBI-Agenten in Rom überreicht. (Hier ist ein Spickzettel über das Dossier und seine inhaltliche Aktualität.) Das Dossier hat zu der Zeit eine angeblich wilde Nacht im Moskauer Ritz beinhaltet, mit der der Kreml Trump hätte erpressen können. Auch beinhaltete es eine Reise, die ein gewisser Carter Page nach Moskau gemacht haben soll. Das FBI hat seine Ermittlungen eröffnet, nachdem Steele seine Behauptungen einem FBI-Agenten gezeigt hatte.

Die NYT allerdings behauptet, daß das Steele-Dossier die Untersuchungen nicht ausgelöst hat. Sie behauptet, daß ein Gerücht, das irgendein australischer Diplomat von einen betrunkenen Wahlkampfhelfer Trumps aufgeschnappt hatte der entscheidende Punkt gewesen ist.

Auf welcher Grundlage macht die NYT diese unplausible Behauptung?
Ein Team von FBI-Agenten reiste Anfang Oktober 2016 nach Europa, um Mr. Steele zu vernehmen. Mr. Steele hatte drei Monate vorher einige seiner Erkenntnisse einem FBI-Agenten in Rom gezeigt, jedoch war diese Information nicht Teil der Rechtfertigung für Ermittlungen zur Spionageabwehr, wie amerikanische Beamte sagten.
Und hier haben Sie es: "Amerikanische Beamte sagten" ist alles, was die NYT hat. "Amerikanische Beamte" beinhalten im Pressejargon Washingtons Kongressmitglieder und sogar deren Führungsstab. "Beamte sagen", daß nicht das Steele-Dossier, sondern ein unzusammenhängendes Gerücht 4. Grades Grundlage für die FBI-Ermittlungen waren.

Die Enthüllung, daß der wichtigste Punkt der NYT-Geschichte, den die Überschrift als Tatsache präsentiert, nur auf "Beamte sagen" basiert, erscheint erst im 40. des 51 Absätze langen Artikels. Man fragt sich, wie viele Leser überhaupt so weit lesen.

Die Implausiblität dieser Behauptung wird von einem weiteren Fakt unterstützt. Das FBI hat Steele, den Autor des von Clinton bezahlten Dossiers, im Oktober 2016 vernommen. Es wartete bis zum Januar 2017, um Papadopulos zu vernehmen. Wäre das Gerücht des betrunkenen Papadopulos so wichtig gewesen, daß es die Ermittlungen ausgelöst hat – und nicht Steeles Dossier – warum hat ihn das FBI dann so lange nicht beachtet?

Der Artikel der NYT vom Samstag behauptet, daß die Ermittlungen über den Wahlkampf Trumps, die von Obamas Chef des Inlandsgeheimdienstes, James Clapper, streng überwacht worden sind, auf irgendeinem Gerücht aus London und nicht auf Steeles Dossier beruhen. Die einzige Quelle hierfür ist: "Beamte haben gesagt".

Aktualisierung: Erst im letzten April hat die NYT behauptet, daß es die Moskaureise von Carter Page gewesen ist, die öffentlich bekannt jedoch auch im Steeles Dossier erwähnt worden ist, die Ermittlungen ausgelöst hat.
Seit FBI-Ermittler im Jahr 2013 heraus fanden, daß ein russischer Spion versucht hat einen amerikanischen Geschäftsmann, namens Carter Page, zu rekrutieren, hat die Behörde ihr gelegentliches Interesse an Mr. Page aufrechterhalten. Als er also im letzten Jahr außenpolitischer Berater Trumps geworden ist und eine Russland-freundliche Rede in einem renommierten Moskauer Institut hielt, hat er schnell die Aufmerksamkeit der Behörde erregt.

Laut derzeitigen und ehemaligen Vollstreckungs- und Geheimdienstbeamten, ist diese Reise im vergangenen Juli der Katalysator für Ermittlungen zu Beziehungen zwischen Rußland und Präsident Trumps Wahlkampf gewesen.
Wie jetzt, NYT? War es Carter Pages Reise oder das Plappermaul, George Papadopulos, der die Ermittlungen ausgelöst hat? Oder war es tatsächlich das Steele-Dossier, wie Senator Lindsay Graham unterstellt? – Ende der Aktualisierung

Die lange Geschichte, die über das Wochenende verbreitet worden ist, an dem ein paar wenige Menschen die Zeit hatten, die Details zu hinterfragen, ist offensichtlich ein Feigenblatt für das FBI.

Zumindest Teile des FBI und des Justizministeriums waren davon überzeugt alles tun zu müssen, damit Trump die Wahl nicht gewinnen würde. Sie haben die gefälschten Geschichten aus dem von Clinton bezahlten Dossier benutzt, um Ermittlungen gegen Trump und das Ausspionieren seines Wahlkampfs zu rechtfertigen. Das war ein klarer Versuch einer staatlichen Behörde zu Gusten einer Partei in den Wahlkampf einzugreifen. Hierfür sollten Köpfe rollen. Wenn die Republikaner im Kongreß, die dieser Frage nachgehen, sich dessen nur halbwegs bewußt sind, werden sie tiefer damit beschäftigen und die Schuldigen entlarven.

Dann wiederum – warum nicht darüber schweigen und ähnliche Mittel bei den nächsten Wahlen anwenden? Man fragt sich, wie die Demokraten über die Angelegenheit denken, wenn sich dies Blatt gegen sie wendet.


Quelle: http://www.moonofalabama.org/2018/01/nyt-writes-epic-cover-for-comeys-fbi-its-sole-source-officials-said.html#more


Weiterführender Beitrag:

Bitte unterstützen Sie den gefährdeten Erhalt dieses unabhängigen, werbefreien Blogs mit einer Spende, und empfehlen Sie es weiter.

Herzlichen Dank!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Konstruktive Kommentare und Kritik zu den jeweiligen Beiträgen sind erwünscht, solange sie die geltenden rechtlichen Bestimmungen und die Regeln des friedlichen Miteinander wahren.