Samstag, 23. Dezember 2017

Jesus wurde in einem Polizeistaat geboren

Von John W. Whitehead
Übersetzt von wunderhaft


Jesus Was Born In A Police State


22. Dezember 20017, TruePublica
Die Weihnachtsgeschichte von einem in einer Krippe geborenen Kind ist bekannt. Das Römische Imperium, ein selbstermächtigter Polizeistaat, hatte angeordnet eine Volkszählung durchzuführen. Joseph und seine schwangere Frau, Maria, sind in die kleine Stadt, Bethlehem, gereist, um der Zählung zu entgehen. Da in keiner Herberge Platz für sie war, blieben sie in einem Stall, wo Maria einen Jungen gebar, Jesus.

Unglückerweise wurde Jesus in in Verhältnisse geboren, die mit der wachsenden Bedrohung durch den amerikanischen Polizeistaat vergleichbar sind. Und als er aufwuchs, scheute sich Jesus nicht davor den Mächtigen die Wahrheit zu sagen. Tatsächlich haben seine Lehren die politischen und religiösen Gegebenheiten seiner Zeit unterminiert. Schließlich wurde er gekreuzigt, als Warnung für andere die Machthaber nicht herauszufordern.

Was aber würde geschehen, wenn Jesus in dem amerikanischen Polizeistaat zur Welt käme und aufgewachsen würde?

Anstatt nach Bethlehem zu reisen, würdem Jesus Eltern eine 28-seitige amerikanische Gemeinschaftserhebung zugestellt bekommen, eine verpflichtende staatliche Anfrage über ihre Gewohnheiten, Mitbewohner, Arbeitszeit etc.

Anders als in einem Stall, würde Jesus zu Hause geboren werden können. Anstatt jedoch von Weisen aus dem Morgenland besucht zu werden, würden sich die Eltern des Kindes möglicherweise gezwungen sehen die Besuche von staatlichen Sozialarbeitern und die strafrechtlich Verfolgung der Hausgeburt abzuwehren. Einem Paar in Washington sind all ihre drei Kinder entzogen worden, nachdem Sozialdienste die unbeaufsichtigten Hausgeburten der beiden Jüngsten von ihnen beanstandet hatten.
Wären Jesus Eltern illegale Einwanderer, würden sie und das neugeborene Kind vielleicht in ein gewinnorientiertes, privates Gefängnis für Illegale geschleift, um dort zu billigen Zwangsarbeitern für Konzerne, wie Starbucks, Microsoft, Walmart oder Victoria´s Secret, zu werden.

Ab der Zeit seiner Einschulung, würde er im Unterricht zur Konformität und dem Gehorsam gegenüber staatlichen Behörden gedrillt, während er nur wenig über seine eigenen Rechte lernen würde. Würde er es wagen in der Schule aus der Reihe zu tanzen, würde er vom Personalreferenten der Schule getasert oder zusammengeschlagen wieder aufwachen oder zumindest, unter einer Null-Toleranz-Politik, die geringe Regelverstöße ebenso hart wie schwerere Vergehen bestraft, der Schule verwiesen.

Würde Jesus als 12-jähriger für ein paar Stunden, geschweige denn Tage, verschwinden, würden seine Eltern gefesselt, verhaftet und, wegen Verletzung der Sorgepflicht, inhaftiert werden.

Von dem Moment als Jesus Kontakt mit einem "Extremisten", wie Johannes dem Täufer, hätte, würde er, ob friedlich oder nicht, wegen seiner Vereinigung mit einem bekannten Aktivisten, zur Überwachung vorgemerkt. Seit 9/11 hat das FBI zahlreiche Operationen zur geheimdienstlichen Überwachung und Informationssammlung von Aktivistengruppen durchgeführt.

Jesus regierungskritische Ansichten würden wahrscheinlich dazu führen ihn als einheimischen Terroristen zu kennzeichnen. Die Exekutivbehörden werden darin ausgebildet Zeichen von regierungskritischem Extremismus während des Umgangs mit potentiellen Extremisten, die einen "Glauben an den bevorstehenden Regierungs- und Wirtschaftszusammenbruchs miteinander teilen", zu erkennen.

Während seinen Reisen von Gemeinde zu Gemeinde würde Jesus möglicherweise, unter dem Programm des Department of Homeland Security, "Melden Sie es, wenn Sie etwas beobachten", als "Verdächtiger" gemeldet werden.

Anstatt die Erlaubnis zu erhalten als Wanderprediger zu leben, könnte Jesus sich, wegen seines unabhängigen Lebens oder des Schlafens unter freiem Himmel, mit seiner Verhaftung konfrontiert sehen.

Tatsächlich hat sich die Anzahl der Städte, die dazu übergegangen sind Obdachlosigkeit durch das Verbot von Camping, das Schlafen in Fahrzeugen, das Herumhängen und Betteln in der Öffentlichkeit zu kriminalisieren, verdoppelt.

Von der Regierung als Dissident und möglicher Bedrohung ihrer Macht betrachtet, könnte die Regierung seine Jünger mit Spionen infiltrieren, um seine Aktivitäten aufzuzeichnen, seine Bewegungen zu melden und ihn zu Rechtsbrüchen zu verleiten. Solche modernen Judasse – Informanten genannt – erhalten von der Regierung oft saftige Löhne für ihren Verrat.

Hätte Jesus das Internet benutzt, um seine radikale Botschaft von Frieden und Liebe zu verbreiten, könnte sähe er sich womöglich der Infiltration seiner Blogbeiträge durch die Regierungsspione gegenüber, die versuchen seine Integrität zu unterminieren, ihn zu diskreditieren oder belastende Informationen über ihn zu säen. Am Ende würden seine Website gehackt und seine E-Mails aufgezeichnet.

Würde Jesus versuchen große Menschenmengen zu speisen, würde er, wegen der Verletzung zahlreicher Verordnungen zum Verbot der unerlaubten Verteilung von Nahrungsmitteln, mit mit Verhaftung bedroht. In Florida haben Behörden einen 90-jährigen auf einem öffentlichen Strand verhaftet, weil Lebensmittel an Obdachlosen verteilt hat.

Würde Jesus öffentlich über seine 40 Tage in der Wüste und seine Gespräche mit dem Teufel sprechen, würde er womöglich für geisteskrank erklärt und in einer Psychiatrie eingesperrt, ohne Kontakt zu Familie und Freunden.

Würde Jesus versuchen Tische in einem jüdischen Tempel umzustoßen und gegen den Materialismus religiöser Institutionen zu wettern, würde er, zweifelsohne, wegen Haßverbrechen belastet. Derzeit haben 43 Bundesstaaten und auch die Bundesregierung Gesetze gegen Haßkriminalität.

Anstatt von bewaffneten Wachen in der Öffentlichkeit gefangengenommen zu werden, hätten Regierungsbehörden ein Spezialeinsatzkommando mit einer Razzia, einschließlich Blendgranaten und Militärausrüstung, bei Jesus und seinen Jüngern beauftragt. Jährlich finden etwa 80.000 solcher Razzien durch Spezialeinsatzkommandos statt.

Würde irgendjemand Jesus bei der POLIZEI als potentiell gefährlich anzeigen, müsste er sich möglicherweise damit auseinandersetzen mit Polizisten konfrontiert – und getötet – zu werden, bei denen jede vermeintlich Form von Zuwiderhandlung (ein Zucken, eine Frage, ein Stirnrunzeln) dazu führen kann zuerst zu schießen und erst danach Fragen zu stellen. 

Des Verrats beschuldigt und zum einheimischen Terroristen erklärt, würde Jesus möglicherweise zu lebenslänglicher Haft in einem Privatgefängnis verurteilt, wo er zu Zwangsarbeit für Konzerne gezwungen würde oder zum Tod durch den elektrischen Stuhl oder eine Überdosis von Drogen.

Auf jeden Fall wäre Jesus, wie ich in meinem Buch, Battlefield America: The War on the American People, zeige, ob er nun in unserem modernen Zeitalter oder in seinem eigenen geboren wäre, schließlich durch die Hände eines Polizeistaats gestorben.

Denken Sie daran, was damals in dieser sternklaren Nacht in Bethlehem geschehen ist, ist nur ein Teil der Geschichte. Das Baby aus dem Stall wuchs zu einem Mann heran, der sich nicht vom Bösen abgewandt, sondern sich gegen es ausgesprochen hat, und nichts weiter als das müssen wir tun.

*******

Der Verfassungsrechtler und Autor, John W. Withead, ist Gründer und Vorsitzender des Rutherford Institute. Sein neues Buch, Battlefield America: The War on the American People (SelectBooks, 2015), ist bei www.amazon.com online erhältlich. Whithead ist unter johnw [at] rutherford.org zu erreichen.


Quelle: http://truepublica.org.uk/united-states/jesus-born-police-state/


Verwandte Beiträge:


Dieses Blog wird voraussichtlich, wegen fehlenden Interesses an professionellen Übersetzungen geopolitischer Analysen ausgezeichneter Autoren sowie mangelnder Resonanz, in Kürze geschlossen.


Creative Commons Lizenzvertrag


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Konstruktive Kommentare und Kritik zu den jeweiligen Beiträgen sind erwünscht, solange sie die geltenden rechtlichen Bestimmungen und die Regeln des friedlichen Miteinander wahren.